Deutscher Mittelstand wird in Entwicklungspolitik eingebunden

Der deutsche Mittelstand wird durch Förderprogramme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in die Entwicklungspolitik eingebunden – zu beiderseitigem Vorteil. Die Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit gewinnen wertvolles Know-how, der deutsche Mittelstand wird in die Lage versetzt, seine Geschäftstätigkeit global weiter auszubauen.

Bundesminister Dirk Niebel erläutert: "Wir müssen unsere Stärken nutzen, um den Schwachen auf der Welt zu helfen. Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands fußt vor allem auf dem Mittelstand. Die Kenntnisse und Kompetenzen unserer Unternehmer werden in Entwicklungsländern gebraucht."

Um aufzuzeigen, welche Förderprogramme das BMZ bereithält, um Mittelständlern den Eintritt in die Märkte von Schwellen- und Entwicklungsländern zu ermöglichen, wird die Informationsreihe "wirtschaft.entwickelt.global" in mehreren Industrie- und Handels­kammern durchgeführt. Den Auftakt der Ver­anstaltungs­reihe macht die IHK Potsdam, bis zu 30 Industrie- und Handelskammern im ganzen Land sollen folgen.

Dr.-Ing. Victor Stimming, Präsident der IHK Potsdam, begrüßt die Initiative von Bundesminister Dirk Niebel: "Die Verzahnung von privat­wirtschaftlichem Engagement mit den ent­wicklungs­politischen Zielen Deutschlands dient der Nachhaltigkeit in den Zielländern. Die Informationstour wird dazu beitragen, privatwirtschaftliches Engagement zu mobilisieren. Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist offenbar noch nicht ausreichend bekannt, welche Förderprogramme es für Engagements in Entwicklungsländern gibt. Fortschritt und Außenwirtschaft können und sollten damit spürbar belebt werden."

Dirk Niebel ergänzt: "Wir können kein Land von außen ent­wickeln, sondern nur Unterstützung zur Selbsthilfe geben. Dabei ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung. In diesen Prozess wollen wir die deutsche Wirtschaft verstärkt einbinden. Sie verfügt über wertvolles Know-how. So gewinnen am Ende alle: Die Menschen in unseren Partnerländer haben die Chance auf Einkommen und Entwicklung, die deutsche Wirtschaft erhält Zugang zu neuen Märkten und der deutsche Steuerzahler wird entlastet. Deshalb wollen wir erreichen, dass die Entwicklungspolitik und die deutsche Wirtschaft Hand in Hand arbeiten."

Das BMZ und zahlreiche Organisationen der deutschen Ent­wicklungs­politik fördern durch ihre Netzwerke, ihre besonderen Länder­kenntnisse und auch durch finanzielle Unter­stützungs­programme die Erweiterung der Geschäftstätigkeit von Mittelständlern in Entwicklungsländern.

Erfolgsmodell Public Private Partnerships

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Ent­wicklungs­partner­schaften mit der Wirtschaft. Bis heute wurden rund 3.000 Maß­nahmen gefördert. Besonders im Fokus lagen dabei Projekte zur Förderung der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, Landwirtschaft, Umwelt sowie Gesundheit.

Vorteile für die beteiligten Wirt­schafts­unternehmen

Unternehmen, die sich in Projekten der Ent­wicklungs­zu­sammen­arbeit engagieren, profitierten auf vielfältige Weise. Bei­spiels­weise engagiert sich ein Chemie­unternehmen in einem Projekt zur Verbreitung von mit Vitamin A angereicherten Grundnahrungsmitteln. Das hilft nicht nur, Mangelernährung zu bekämpfen, sondern erleichtert dem Unternehmen auch den Einstieg in den schwer zugänglichen Markt für Mikronährstoffe. Ein anderes Unternehmen ist auf den Aufbau und die Förderung von Gesundheitssystemen spezialisiert. Das mittelständische, inhabergeführte Haus hat inzwischen mehr Mitarbeiter in Afrika und Asien als am Stammsitz, der Dank der arbeitsintensiven weltweiten Projekte ebenfalls gewachsen ist.

Wissenslücken schließen

Sogenannte "EZ-Scouts" werden zu Verbänden und Kammern – auch an IHKs – entsandt, um der regionalen Wirtschaft als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und aktiv die Zusammenarbeit mit dem BMZ zu fördern. Die EZ-Scouts informieren und beraten zu Kooperationsinstrumenten und relevanten Investitionsmöglichkeiten. Auch die Informationsreihe "wirtschaft.entwickelt.global" verfolgt primär das Ziel, die Kooperationsmöglichkeiten der deutschen Entwicklungspolitik unter Unternehmern bekannter zu machen. Eine solche Entsendung von EZ-Scouts in die Institutionen der deutschen Wirtschaft findet erstmals statt.