Ausbildung von Wasser und Abwassertechnikern in Peru – Zusammenarbeit mit der deutschen Wasserwirtschaft

Im Rahmen der deutsch-peruanischen Zusammenarbeit berät die GIZ im Auftrag der Bundesregierung die Institutionen des peruanischen Wassersektors beim Aufbau eines Ausbildungssystems für Betriebstechniker in der Wasserver- und Abwasserentsorgung. Zur Ausrüstung von drei Lehrwerkstätten in den Städten Lima, Piura und Arequipa wird materielle Unterstützung durch Mitgliedsfirmen der GWP gesucht.   

Die Republik Peru erlebte in den letzten Jahren einen enormen Wirtschaftsaufschwung. Insbesondere die weltweite Nachfrage nach den reichen Rohstoffvorkommen und die gesteigerte Binnennachfrage bescheren dem Andenstaat Wachstumszahlen um die sechs Prozent pro Jahr. Die verbesserten Steuereinnahmen führen zu mehr Investitionen in die Infrastruktur, die Regierung finanziert mehr und mehr Projekte aus dem Staatshaushalt, Reformen in den verschiedenen Sektoren greifen zunehmend.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die peruanische Regierung in den Schwerpunkten

  • Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung
  • Trinkwasser und Abwasser 
  • Nachhaltige ländliche Entwicklung, Management natürlicher Ressourcen und Klimawandel

Die wichtigsten Exportmärkte für Deutschland in SüdamerikaDie intensive Zusammenarbeit trägt in vielen Bereichen Früchte. So konnten in der Wasserversorgung die Vorgaben der Millenniumsentwicklungsziele erreicht werden. Dennoch ist der Investitionsbedarf, insbesondere in der Abwasserwirtschaft, noch erheblich. Die peruanische Regierung wird in den kommenden Jahren über eine Milliarde Euro in den Wassersektor investieren. Schon heute ist Peru das zweitwichtigste Exportland für die deutsche Wasserindustrie in Lateinamerika.

Seit einem Jahr unterstützt PROAGUA den Aufbau eines semidualen Systems zur Aus- und Weiterbildung von Wasser- und Abwassertechnikern. Seit einem Jahr unterstützt PROAGUA den Aufbau eines semidualen Systems zur Aus- und Weiterbildung von Wasser- und Abwassertechnikern. An den Standorten Lima, Piura und Arequipa sollen in Zukunft Wassertechniker aus 18 von insgesamt fünfzig Wasserunternehmen in einem zirca dreijährigen Ausbildungsgang im Betrieb von Wasseranlagen und Netzen ausgebildet werden. Die Ausbildung führt zu einem staatlich anerkannten Facharbeiterabschluss. Das Training wird zum Teil von den erfahrenen Ausbildungsanbietern SENATI (privat) und SENCICO (staatlich) entwickelt und durchgeführt. Für die betriebliche Seite der Ausbildung, in der in erster Linie die Prozesse des Betriebes unterrichtet werden, werden Trainingszentren in den Wasserunternehmen eingerichtet. Es ist geplant, dass in jedem der drei Zentren jährlich etwa zwanzig junge Auszubildende unterrichtet werden. Über 500 Fachkräfte werden dort in verschiedenen Ausbildungsmodulen weitergebildet. Das Management der Unternehmen zeigt sehr großes Interesse an den Ausbildungszentren und erhofft sich auch die Einführung neuer Technologien.

In Deutschland wird die duale Ausbildung der umwelttechnischen Berufe seit über dreißig Jahren erfolgreich praktiziert.Es lohnt sich, bei der Entwicklung der Ausbildungsgänge nach Deutschland zu schauen, wo seit über dreißig Jahren die duale Ausbildung der umwelttechnischen Berufe erfolgreich praktiziert wird. Vorbildlich ist dort nicht nur die Verflechtung von Berufsschulen und Wasserunternehmen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und der deutschen Wasserindustrie. In vielen Schulen werden Gerätschaften für die Ausbildung, inklusive Trainingshandbüchern, von den Industrieunternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies ist zugleich auch die beste Werbung für das Produkt des jeweiligen Herstellers.

Für die Ausbildungsbetriebe werden Gerätschaften und Ausbildungsmaterialien benötigt.PROAGUA möchte ähnliche Partnerschaften auch zwischen den peruanischen Lehrbetrieben und den Herstellern von Spitzenprodukten im Wassersektor fördern. Für die Lehrbetriebe ergibt sich die Möglichkeit, die Schüler und die Mitarbeiter der Wasserunternehmen an hochwertigen Geräten auszubilden und auf didaktisch bereits aufbereitetes Schulungsmaterial zuzugreifen. Den Herstellerfirmen wird der Kontakt zu peruanischen Wasserunternehmen erleichtert und zugleich ein Einblick in den Wassersektor ermöglicht (Sektorstrukturen, Normung, Marktmöglichkeiten).

Dafür sucht PROAGUA Hersteller, die Lehrmetrial (Schnittmodelle, Schulungsgeräte und didaktisches Material) zur Verfügung stellen. Die Kosten für Übersetzungen der Handbücher, Entzollung und für den Transport können von PROAGUA übernommen werden. Bei Interesse an einem größeren Engagement wäre auch die Möglichkeit gegeben, im Rahmen eines develoPPP-Programms der GIZ weitergehende Kooperationen abzuschließen. Zwei deutsche Firmen sind bereits erfolgreich mit PPP-Maßnahmen in die Aus-und Weiterbildungsinitiative involviert.

Die Lehrwerkstätten werden in der zweiten Jahreshälfte eingerichtet. Mögliche Kooperationsvereinbarungen sollten dementsprechend zur Mitte des Jahres abgeschlossen werden.

Für die Ausbildungsbetriebe werden in erster Linie Gerätschaften und Ausbildungsmaterial (Schnittmodelle, Übungsgeräte) in folgenden Bereichen gesucht:

 

Pumpen

  • Tauchmotorpumpe (mit verschiedene Laufrädern (Schneidwerk))
  • Kreiselpumpen (Norm-, Kompaktbauweise)
  • Exzenterschneckenpumpe
  • Dosierpumpen

Ventile, Armaturen

  • Schieber
  • Klappen
  • Rueckschlagklappen
  • Kugelhahn
  • Magnetventil
  • Dosierventil

Messgerate

  • Durchfluss
  • Druck (Druckmessdose, Manometer)
  • Niveau (Ultraschall, Druckmesssonde)
  • Temperatur
  • pH
  • Sauerstoff
  • Datalogger

Labor

  • Photometer
  • Trockenwaage
  • Wasserfilter
  • Pipetten
  • Messzylinder (zylindrisch, konisch)

Prozesstechnik

  • verschiedene Antriebe (pneumatisch, elektrisch, regelbar)
  • Versuchsstand Fällung/Flockung
  • Automatisierung (SCADA)

Sollten Sie Fragen zum Thema haben und an einer Kooperation im Rahmen der Ausbildungskomponente von PROAGUA interessiert sein, wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle: Ann-Ulrike Henning, E-Mail: henning@germanwaterpartnership.de.